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Simon Mullan @ GALERIE NATHALIE HALGAND

Wer noch nie von Simon Mullan gehört hat, der sollte dies schnellstens ändern. Der 1981 geborene Multimedia-Künstler lebt in London und Berlin und studierte Transmediale Kunst an der Angewandten Wien und Video-Kunst am Royal University College of Fine Art Stockholm. Der Galerie Nathalie Halgand gelang es schließlich den Künstler nach Wien zu holen. DER RAUM ist Teil einer dreiteiligen Ausstellungsserie, die ab September 2016 gemeinsam mit der Sammlung Haubrok unter den Titeln DIE FUGE und DIE FLÄCHE auch als Publikation erscheinen wird.

Back to the roots quasi, denn Mullan stellt nach zehnjähriger internationaler künstlerischer Tätigkeit das erste Mal in Wien aus – und begeistert mich auf Anhieb! Klar und unprätentiös präsentieren sich die Werke auf anthrazitgrau gestrichenen Wänden. Sie sind Teil des Konzepts und sollten an Theoretiker wie Adorno und Wittgenstein erinnern, deren Farbenlehren in Mullans Display mit eingreifen. Der Künstler selbst wählte Mittelgrau aus, um […] dem Besucher Konzentration und Besinnung ab(zu)verlangen […]. Ein interessanter Spannungsbogen, dem ich näher nachgehen möchte.

Am Eröffnungstag ließ ich mich überraschen und las bewusst wenig über sein Konzept und den Inhalt der Werke. Die Wandfarbe fiel mir auf, ich nahm sie wahr, ließ sie aber im Hintergrund auf mich wirken. Ruhe stellte sich ein, fast meditativ blickte ich auf die strengen, glatten Fliesenoberflächen, die filigranen Raumteiler und changierenden Textil-Wandbilder. Mullans Konzept funktioniert und spielt mit der Wahrnehmung des Betrachters. Subtil baut er herkömmliche Baumaterialien ein und kombiniert sie mit Werken, die offensichtlich von Künstlerhand erschaffen wurden. Seine Kunst lebt von der Verschränkung. Hier verbindet sich Handwerk und künstlerisches Konzept zu spannenden, tiefsinnigen Kunstwerken. Durch wahrnehmbare und unbewusste Ebenen erreicht der Künstler höchste Perfektion.

Eine charmante Galeristin und ein modern-progressives Konzept eines Künstlers, dessen Namen man noch oft hören wird!

Die Ausstellung von Simon Mullan ist noch bis 18. Juni in der Galerie Nathalie Halgand, Stiegengasse 2/3 (Mezzanin), 1060 Vienna, Austria zu sehen.

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