Frankfurter Buchmesse 2018, Frankfurt Book Fair 2018
Übersicht, Galerien und Museen, Kunst und Markt

Frankfurter Buchmesse 2018 – Rare Books & Fine Art

Diogenes, Suhrkamp, dtv und Co – die bekannten Verlagsgrößen findet man noch bis Sonntag unter den 7.300 Ausstellern aus 102 Ländern. Gemessen an dieser Zahl ist die Frankfurter Buchmesse 2018 mit 286.000 Besuchern, über 4.000 Veranstaltungen und in etwa 10.000 akkreditierten Journalisten und Bloggern die größte Fachmesse für das internationale Publishing. Business trifft Besucher – mit vielen Side-Events!

An vier Tagen treffen sich auf dem Messegelände Player aus den Bereichen Bildung, Filmwirtschaft, Games, Wissenschaft und Fachinformation – Zielgruppen-Spezifigkeit und branchenübergreifende Ansätze sind das Ziel. So ist eine Nische wieder zurück: die Frankfurter Antiquariatsmesse, jetzt unter dem Namen „Rare Books & Fine Art Frankfurt“. Hier stellen 32 Antiquariate, Verleger und Galeristen aus Deutschland, Großbritannien, Italien, den Niederlanden und der Schweiz seltene Bücher von der Mitte des letzten Jahrtausends bis hin zur Gegenwart aus. Ihr Spektrum wird bis zur zeitgenössischen Kunst hin erweitert und auch zum Verkauf angeboten.

Das wohl kurioseste Angebot dürfte der einzige erfolgreiche Versuch sein in einer von J. M. Jacquard entwickelten Methode ein Buch an einem Webstuhl anzufertigen. Eins von ca. 50 bekannten Exemplaren des 48 Seiten umfassenden Werkes kann auf der Messe für € 30.000,- erworben werden.

Auf der Fläche

Galerie Bausmann

Die Galerie Bausmann aus Halle bietet u.a. mehrere Originalwerke von Georg Baselitz und das Multiple „Sculpture, Capri-battery light bulb, electrical plug and lemon“ von Joseph Beuys aus dem Jahre 1985 für € 17.850,- an.

Galerie Meridian

Die 2017 in Zürich neu gegründete Galerie „Meridian“ ist dem Ruf der Frankfurter Buchmesse, sich an dem neuen Profil zu beteiligen, gefolgt. Sie bietet Original-Graphiken und Bilder der klassischen Moderne sowie ausgesuchte Vintage-Objekte des Modernismus.

Weitere Angebote

Viele Antiquare haben seit jeher auch Original-Kunstwerke und Künstlergraphiken im Angebot. Und so werden Arbeiten von P. Alechinsky, R. Escher, G. Graubner, E.Heckel, K. Hofer, O. Piene, J. R. Soto, G. Uecker u.v.a. gezeigt.

Frankfurter Buchmesse 2018
10. bis 14. Oktober
Halle 4.1, N17
Ludwig-Erhard-Anlage 1
60327 Frankfurt am Main
Deutschland

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daniel richter künstler
Galerien und Museen, Kunst und Markt

3 Gründe für Daniel Richter

Die große Frage zuerst: Wer ist dieser Daniel Richter? Punk, Maler-Rebell, vernichtender Analyst, Weltenbeobacher oder simpler Lebens-Künstler, der sich als Maler versteht?

Daniel Richter ist nicht zu verwechseln mit Gerhard Richter, sie sind nicht miteinander verwandt, haben maximal dieselbe Staatsbürgerschaft Deutschland. Jedoch polarisieren beide auf eine ganz eigene Art und Weise.

Beide Richter beschäftigten sich mit dem Abstrakten im Bild. Autobiografische Züge verarbeiten die Zeitgenossen beide, die Themen allerdings sind grundverschieden. Der Grund: sie trennen 30 Jahre. Die Gemeinsamkeit: Beide schlagen mit ihren Inhalten eine harte, ironische Sozialkritik an. Sie ist ungetrübt Bestandteil beider Künstlerpersönlichkeiten, ebenso die Arbeitsweise. Sie arbeiten kontrolliert. Fast museologisch-archivierend sammelte Gerhard Richter für seinen Atlas; und man möchte es nicht vermuten, Daniel Richter führt seinen Pinsel punktgenau und wohlüberlegt über die Leinwand.

Daniel Richter

Beim jüngeren Richter vibrieren die großflächigen Tafelbilder. Abstrakte Landschaften, apokalyptische Welten und anonyme Figurengruppen verschlingen den Betrachter. Der Maler zeigt einen ganz eigenen Gestus, den er selbst als „Historienmalerei im neuen Stil“ beschreibt. Konkrete Schauplätze findet der Betrachter jedoch vergeblich. Die collagierten, fiktiven Orte dröhnen aus der Leinwand heraus. Der Künstler erweitert seinen malerischen Raum und erzielt dabei ein schauriges Gefühl. Seine figurativen Bilder versuchen eine ganz bestimmte Stimmung des Zeitgeschehens einzufangen. Daniel Richter verstand sich im weitesten Sinn immer als politisch motiviert. Er arbeitete besonders in der Vergangenheit mit Allegorien, Narrationen und politischen Statements. Und er entwickelte sich weiter!

Drei Merkmale

Daniel Richter funktioniert als Künstler, als Störer und als Beobachter. Wie sieht er die Malerei selbst, einem Medium, dem er wie er selbst sagt „nie entwachsen ist“? Sie ist für ihn „unaufklärerisch, vielleicht traditionell auch das revolutionärste oder grundsätzlichste Medium. Konkret: „Was mir am meisten bedeutete, aus nichts etwas zu machen“, gibt er im Interview mit der Standard preis.

1. Der Künstler

Daniel Richter ist Maler mit Selbstbeschränkung: sich nur auf die Malerei zu konzentrieren ist eine Herausforderung, wie er im Interview für das RONDO betont.

2. Der Störer

Knallharte Kritik, laute Manieren und unliebsame Aussagen. Nicht jeder versteht Richter, nicht jeder liebt Richter, doch was kann Richter? Seine Meinung äußern! Ungeschönte Wahrheiten kollaborieren in den Bildern mit ganz eigenen Sichtweisen auf die Welt.

3. Der Beobachter

Daniel Richter im Interview mit Stephan Hilpold:  „Die Welt macht mir Riesenspaß. Was da gerade los ist, ein Haufen an beknackter Scheißdreckhaftigkeit, dass man vor Begeisterung in die Hände klatschen muss!“ Wer, wenn nicht der Künstler Daniel Richter, bringt es auf den Punkt!

Seine Retrospektive „Lonely Old Slogans“ läuft bis 5. Juni im Wiener 21er-Haus.

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Mode und Malerei – Der MM-Effekt!

Mode beeinflusst Kunst“ ist Sven Drühls Ansatz für eine Text-Diskussion, die er im Kunstforum international mit „Verstrickungen“ betitelt. Beide Disziplinen – Kunst und Mode – beherrschen ein feines Spiel aus Abkehr und Zuwendung zum jeweils anderen Feld. Drühl findet die „Offenlegung der Struktur“¹ oder „Vorgehensweisen als ästhetisches Mittel“² sowohl in der Modeproduktion als auch im Kunstsystem vor. Es sind die austauschbaren Verbindungen, die hier zum Tragen kommen, was wieder zur Umkehr führt, oder wie Drühl sagt, „Kunst beeinflusst Mode.“³

Mode und Kunst näherte sich immer wieder an, versuchte gemeinsame Wege zu gehen oder suchte Inspiration beim anderen. Im 20. Jahrhundert waren es Klimt und die Wiener Werkstätte, die mit Modeentwürfen, Stoffmustern und Verbindungen zum Modesalon der Schwestern Flöge für Aufsehen sorgten. In Paris brachte die Modeschöpferin Elsa Schiaparelli den Surrealismus und Dadaismus in die Fashionszene. Sie pflegte Kontakt zu Künstlern wie Man Ray und Duchamp. Picasso und Dali zählten zu ihren Freunden. Mit Letzterem kollaborierte sie immer wieder. Aus dieser kreativen Verbindung entstanden unter anderem das bekannte Lobsterkleid oder der Schuh-Hut.

Damals wie heute ziehen sich beide Bereiche magisch an – und das ist gut so. Menschen sind dazu befähigt, geistige und materielle Formen zu erschaffen. Wir bezeichnen sie als Modeschöpfer, Architekten, Bildhauer, Maler, Literaten oder Schauspieler – Sie alle kreieren Bilderwelten und Räume, die vor allem auch durch Verschränkungen immer wieder Quellen gegenseitiger Inspiration werden.

Formschaffen

Der bildende Künstler Mario Dalpra und Modeschöpfer Juergen Christian Hoerl beschreiten in diesem Zusammenspiel ihren ganz eigenen Weg. Zeit ist ein wesentlicher Faktor in der Kreation von Skulpturen und Kleidung. Diesmal aber ging es beiden um das Momenthafte und die unmittelbare Aktion. Eine Live-Performance ist dafür die ideale Bühne, denn der Weg bleibt spontan, das Ziel ist klar: Eine gemeinsame „Formschaffung“.

Foto: Malena Brenek

Foto: Malena Brenek

Die Medien

Der Akt des Schaffensprozesses setzt sich bei diesem Duell aus mehreren Elementen zusammen: Eine weiße Leinwand, weiße Kleidung, Menschen als Skulpturen und persönliche Zugänge werden zu Medien und Transmittern sinnlicher Formen. Die materielle Verkörperung spiegelt sich schließlich in der eigenen künstlerischen Handschrift wieder. Das Ergebnis kann vom Zuschauer nur erahnt werden. Gemälde, Kleidung, Gesamtkunstwerk? Das Prinzip des Zufalls spielt hier jedoch eine untergeordnete Rolle. Die Motive und Farben werden anfangs gezielt gesetzt, lösen sich aber im Zuge der Aktion immer mehr auf und folgen schließlich dem tranceartigem Zustand aus Gefühlen und Können.

Foto: Malena Brenek

Foto: Malena Brenek

Mode und Malerei

Juergen Christian Hoerls Zugang als Modeschöpfers ist deutlich erkennbar. Sein geschultes Auge erfasst die Körperformen, umzeichnet Schnittmuster und setzt Abnäher. In diesem Prozess dienen ihm Farbe und Pinsel als Marker und ersetzen Nadel und Faden. Mario Dalpras Hände folgen seinem gelernten Künstlergeist, indem sie Farben, amorphe Formen, Figuren und Muster auf die „lebenden Leinwände“ bringen. Kleidung als Medium, Menschen als Skulpturen und ein spontaner Schöpfungsprozess verbinden sich bei dieser Live-Performance zu einer stimmigen Einheit: Mode und Malerei ergänzen sich. Aktion folgt Reaktion, Gefühle ergeben Farben und individuelle Herangehensweisen erzeugen schlussendlich ein energiegeladenes Cross-over.

Die Verbindung Mode und Malerei hat einmal mehr gezeigt, wie sich gestalterische Kräfte im Zusammenspiel von sinnlicher Erfahrung, materieller und farblicher Ästhetik und einem beiderseitigen Verständnis von Perfektion aufeinander einstimmen können.

Wir hoffen alle auf eine Fortsetzung!

1-3 Drühl, Sven, Verstrickungen, in: Kunstforum international, Bd. 141, Juli-September 1998, 173.
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#3 Kunst und Erfolg – Strategien entwickeln

Braucht ein Künstler, eine Künstlerin eine Strategie? Oder anders gefragt, warum soll sich ein Künstler, eine Künstlerin eine Strategie* überlegen?

Wollen Sie wirtschaftlichen Erfolg und/oder kunsthistorische Anerkennung erlangen, oder schlicht ein kreatives Hobby ausüben? Möchten Sie in einem kunst- und kulturnahen Feld arbeiten: als GaleristIn, KuratorIn, JournalistIn, etc. oder möchten Sie anderen Menschen helfen, sei es in der Vermittlung oder Therapie. Welche Position als KünstlerIn möchten Sie einnehmen? Allen diesen Zielen geht nur die EINE Entscheidung voraus, nämlich Ihre konkrete Vision, warum oder weshalb Sie das tun, was Sie tun möchten.

Haben Sie sich darüber schon Gedanken gemacht, was Sie konkret möchten? Wenn ja, wunderbar, dann können Sie diesen Artikel überspringen 🙂 Wollen Sie hier und jetzt aber mehr zu Strategien in der Kunst erfahren, dann freue ich mich, Ihnen hier das Wesentlichste mitzugeben.

Die drei Key-Facts

Haben Sie für sich eine

1) Vision/Mission definiert, folgt die

2) Definition konkreter Ziele. Dies könnte wirtschaftlicher Erfolg von xy Umsatz/Jahr; xy Ausstellungen in xy Galerien, Museen, Sammlungen; ProfessorIn an einer Universität oder das Leiten einer eigenen Galerie sein. Ziele können miteinander korrespondieren und in der Regel definiert man kurz-, mittel- und langfristige Ziele. Darauf aufbauend gehen Sie nun über zu den konkreten und

3) erforderlichen Maßnahmen und Strategien, um Ihren Zielen und zugleich Ihrer Vision/Mission einen Schritt näher zu kommen.

Doch wir wissen alle, dass es in der Theorie meistens sehr einfach klingt, die Praxis dann aber anders aussehen kann. Nicht jeder/jede weiß zu Beginn der Ausbildung, was das Leben für einen bereit hält. Äußere Rahmenbedingungen wie Jobs und Einkommen, technische Fertigkeiten, aber auch BefürworterInnen, Familie, die eigene Persönlichkeit uvm. nehmen Einfluss darauf. Umso mehr ist es hilfreich, ein paar nützliche Strategien und Hinweise zu kennen, um erfolgreich seinen persönlichen und künstlerischen Weg zu finden.

Aus der Praxis

Ich traf Alexander Jöchl (Bildender Künstler und Kurator, Vorstandsmitglied der IG BILDENDE KUNST) zum Interview im Cafe PHIL. Er sprach mit mir über die „Blase Kunstakademie“, den aktuellen Kunstmarkt und wesentliche Skills für den Kunstberuf. Aus dem Interview habe ich für Sie folgende Punkte als Strategie-Leitfaden zusammengefasst.

  1. Das richtige Umfeld. Sein Studium in einer Groß-Stadt zu beginnen, hat wesentliche Vorteile. Der richtige Ort bietet viele Kunst-Veranstaltungen, Off-Spaces, Initiativen, Galerien, Museen, auch für zeitgenössische Kunst. Im Vergleich zu den österreichischen Bundesländern, bietet Wien ein breiteres Publikum und internationale Rezensionen in Medien. Auch die Förderungsmöglichkeiten sind in Groß-Städten breiter aufgestellt, als in den Bundesländern, die zunehmend gekürzt werden.
  2. Eigenverantwortung. Die Akademie ist eine „Blase“, die kaum auf die Markt-Realität vorbereitet. Diese Zeit des Experimentierens sollte man nach Möglichkeit auch für technische Fertigkeiten, Skills und Fragen zu Versicherungen, Verträgen, Urheberrecht etc. nutzen, um ebenfalls für kunstnahe Berufe vorbereitet zu sein.
  3. Netzwerke aufbauen. „Die wichtigsten Leute im Studium sind die Leute, mit denen man studiert.“ Jöchl zitiert hier Erwin Wurm. Man baut während seiner Studienzeit persönliche Bindungen auf, die auch das spätere Netzwerk bilden können, auf das man zurückgreifen kann.
  4. Mentoren (Professoren) innerhalb der universitären Ausbildung sind wichtig für den Erfolg. Der Klassenverband hilft und unterstützt bei der Vergabe von Stipendien,  unterstützt bei Wettbewerben und lässt die eigenen Arbeit kritisch reflektieren.
  5. Einzel- oder Kollektivarbeit. Stellen Sie sich die Frage: Wie arbeite ich am liebsten? Überlegen und erproben Sie die Vor- und Nachteile. Jöchl sieht den Vorteil eines kollektiven Zusammenschlusses darin, dass man neben dem künstlerischen Austausch auch täglich anfallenden Organisationsarbeit leichter untereinander aufteilen kann.
  6. Persönlichkeit. Um erfolgreich zu sein, muss man sich, seine Talente und Neigungen kennen. Der Markt verlangt Engagement und Disziplin. Die eigene künstlerische Position sollten so früh als möglich klar definiert werden. Danach richten sich auch weitere (Vermarktungs-) Strategien. Sicheres Auftreten und Persönlichkeit sind aber auch im Umgang mit Institutionen, Auftraggebern oder Medien gefragt. Auf die Frage, muss man authentisch sein, antwortet Alexander Jöchl: „…nicht einmal das. Viele KünstlerInnen legen sich ein Label oder Marke zu, die nicht mehr authentisch zur eigenen Person ist.“ 
  7. Entscheidung. Die ersten 3-5 Jahre nach dem Abschluss sind entscheidend. Wie positioniert man sich, bleibt man im Kunstfeld, etabliert man sich am Markt – selbst oder mit Hilfe einer Galerie, ist das Kunstfeld für einen persönlich überhaupt das Richtige? Falls nicht schon zuvor, klären sich vielen Fragen schließlich in dieser Zeit.
  8. Brot-Job. Die finanzielle Einkommensquelle kann gerade zu Beginn nicht immer die Kunst alleine sein. Welche Balance man für sich findet, setzt wieder voraus, dass man sich und seine persönlichen Stärken kennt. Disziplin ist auch hier von einem selbst gefragt, um beide Bereiche gut miteinander verbinden zu können. Ein zusätzlicher Job kann befruchtend für die eigene künstlerische Arbeit sein, man kann mitunter den nötigen Abstand gewinnen, oder ihn zu einer Berufung werden lassen. Interessante Strategien zu „Dualen Karrieren“ finden Sie auf der Seite der IG BILDENDE KUNST, die zu diesem Thema ein Frühstücksgespräch organisierte.
  9. Kunst als Job. Jeder/jede, der/die sich für diesen Beruf entscheidet, sollte sich bewusst werden, „Kunst ist auch Business“. Es ist ein beinhartes Geschäft, das nach wie vor sehr klassisch über und mit Galerien, Förderern und Mäzenen funktioniert. Hinzu kommt aber noch, dass von KünstlerInnen mehr denn je Professionalität gefordert wird. Gut funktionierende Web-Sites, Social-Media Auftritte, Pressetexte, Kataloge, gute Fotos und Kritiken von KunsthistorikerInnen sind mittlerweile Standard. Kunst als Job bedeutet aber auch, die Produktion von neuen Kunstwerken zu garantieren, Liefertermine einzuhalten und dem Leistungsdruck in Summe standzuhalten.

Die Anforderungen sind so umfangreich, wie der Markt selbst und ich denke, dass dieser großartige Leitfaden das Wesentlichste auf den Punkt bringt. Vielen Dank Alexander Jöchl für das ausführliche Interview und bis bald, wenn es um das Thema Kunst und Vermittlung geht.

* Interessieren SIE SICH NÄHER FÜR DAS THEMA, GIBT ES WEITERFÜHRENDE UND VERTIEFENDE LITERATUR ZU STRATEGIEMODELLEN UND -THEORIEN AUS DER WIRTSCHAFT, ZUM BEISPIEL "DAS HARVARD-KONZEPT", "STRATEGIE NACH PORTER", "STRATEGIE NACH MINTZBERG" U.A., SOWIE KÜNSTLERISCHE STRATEGIE VS. POSITION, ODER KUNST VS. WERBUNG VON SIGLINDE LANG  (2013): MARKTSTRATEGIE: KUNST!
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Beruf und Berufung, Kunst und Markt, Leben und Lifestyle

#2: Kunst und Erfolg – Ursache und Wirkung

Willkommen zum zweiten Kunst und Erfolg-Beitrag! Wie versprochen geht um das Thema „Alles hat einen Sinn“ und Erkenntnisgewinnung. Eine konkrete Ausrichtung hin zu einem Selbst-Verständnis von Kunst als erfolgreicher Beruf ist hierfür der erste Schritt.

Sinn verstehe ich in diesem Zusammenhang als die Abfolge von Ursache und Wirkung. Weiter gedacht, wie kann es sein, dass zwei Menschen, die ident aufgewachsen, die gleiche Schulbildung genossen und vielleicht noch erfolgreich ein Studium hinter sich gebracht haben, nun unterschiedliche Erfolge und Karrieren verzeichnen?

Kunst und Erfolg_Karriere

Ein wesentliches Merkmal erfolgreicher Menschen ist deren zielgerichteter Einsatz ihrer persönlichen Fähigkeiten und Talente.

Was heißt das jetzt für Sie? Fragen Sie sich, ob Sie Ihre wahren Stärken und Talente kennen und wie Sie diese einsetzen? Demnach ist es essentiell, sich mit seiner Persönlichkeit, seinem Stärken- und Schwächenprofil und seinen persönlichen Erfolgsmerkmalen auseinanderzusetzen. Dazu gibt es verschiedenste Wege und Angebote. Es gibt klassische Gesprächstherapien und Coachings, die viele neue Wege und Lösungen ermöglichen. Manche Ursachen sitzen aber viel tiefer und versteckter im eigene System fest. Ich spreche hier von Familienstrukturen und/oder Glaubenssätzen. Hier können auch Familienaufstellungen wichtige Erfolge bringen. Lösen Sie so viel, wie es für Sie am Anfang gut und angenehm ist, um den Grundstein erfolgreicher Wirkungen zu setzen, denn neue Ursachen können Sie jederzeit legen!

Erfolg ist persönlich

Warum spreche ich hier vorwiegend von psychologischen, systemischen und auch spirituellen Ansätzen? Es geht nicht ausschließlich um äußere Rahmenbedingungen (Technische Fähigkeiten, Bildung,…), sondern zu einem großen Anteil um das eigene Verständnis von Erfolg. Viele Bücher über „Erfolg“ machen falsche Hoffnungen und vermitteln den Eindruck, dass sich alleine durch „Wünschen und Glauben“ der erträumte Erfolg einstellt. Dass neben Durchhaltevermögen, harter Arbeit und entsprechender Kompetenz in seinem Fach die Persönlichkeit und unbewusste/unterbewusste Programme Sie wesentlich in Ihrem Handeln und Entscheiden beeinflussen, wird manchmal ausgeklammert oder nur oberflächlich angeschnitten. Denn erfolgreiche KünstlerInnen wurden selten über Nacht zum Star, träumten sich in die eigene Ausstellung oder erdachten sich die bezahlten Honorare. Sie alle haben eines gemeinsam: Diese Menschen steckten viel Energie in ihre persönliche Weiter-Entwicklung, durchlebten Niederlagen, trafen mutige Entscheidungen (im ersten Teil sprach ich über das Prinzip des Sich-in-Bewegung-Setzens), entwickelten Strategien und richteten sich immer voll und ganz auf den persönlichen Erfolg aus.

Aus dem Leben

Sie bekommen eine Nachricht von einem guten Freund mit folgendem Inhalt: „Ich habe einen spannenden Kunst-Auftrag für dich.“ Woran denken Sie bei diesem Satz?

Vielleicht an ein Auftragswerk, an einen Kurs, einen Vortrag, oder ein Gutachten…es gibt zahlreiche Möglichkeiten. Also was machen Sie, Sie fragen nach! Ihr Freund führt schließlich weiter aus, dass er einen Interessenten kenne, der eine Einführung in Kunst-Techniken suche. Dabei dachte der Bekannte an Sie. Wie fühlen Sie sich, was sagen Sie darauf? Mit Ihrer Antwort setzen Sie nämlich weitere Weichen, die zeigen, wie Sie sich und Ihren Job als KünstlerIn verstehen.

A: Ja das freut mich sehr, ich mache das sehr gerne. Wann soll das stattfinden? Gib mir einfach Bescheid!
B: Was genau sucht er? In folgenden Techniken bin ich sicher. Ich stelle ein Programm zusammen und der Preis richtet sich nach den individuellen Inhalten.

Wählen Sie A, zeigt es, dass Sie sich und Ihren Wert zum einen nicht kennen und Ihre Arbeit schlussendlich auch nicht gut verkaufen. Es erweckt den Eindruck der Liebhaberei – Kunst mache man ohnehin gerne und müsse demnach nicht entgolten werden. Falsch! Sie haben dafür gearbeitet, studiert, experimentiert und Ihre Zeit und Arbeit ist es wert, monetär honoriert zu werden. Bedenken Sie, dass es auch notwendig ist, den Energieaustausch Wissen – Geld aufrechtzuerhalten, indem Sie sich diesen Platz auch selbst eingestehen. Verlassen Sie den Pfad der Unsicherheit und Zweifel, indem Sie sich mit Anmerkungen zufrieden geben, Kunst mache Ihnen ohnehin Freude.

Wählen Sie also B. Zu Beginn wird es sich vielleicht ungewohnt anfühlen, aber mit der Zeit werden Sie sich und Ihren Job als KünstlerIn selbstverständlicher präsentieren. Persönliche Entwicklung führt zu diesem Verständnis und ist eine der Grundlagen, wie ich oben bereits ausführte, die wesentlich zum Erfolg beiträgt!

Vielleicht machten Sie schon solche oder ähnliche Erfahrungen. Entscheident ist wieder, dass Sie sich bereits bewusst gemacht haben, etwas verändern zu wollen. Ich berate Sie auch gerne bei weiteren Strategien, Möglichkeiten der persönlichen Entwicklung, oder gebe Tipps zu weiterführenden Adressen, wie Sie sich als KünstlerIn besser verstehen und verkaufen können.

Im dritten Teil werde ich über Strategien sprechen. Der KünstlerInnenberuf eröffnet nämlich zahlreiche Möglichkeiten und Chancen. Es gilt hier wie in vielen Dingen, einfach eine Entscheidung für sich zu treffen.

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#1: Kunst und Erfolg – Eine Einstellung

Warum diese Serie?

Der Beginn dieser Serie beschäftigt mich schon seit längerer Zeit, da ich zum einen selbst viele der besprochenen Stationen wie Selbstzweifel, persönliche Rückschläge, Absagen und Orientierungslosigkeit erlebt habe, zum anderen aber auch auf Kollegen, Freunde und fremde Personen treffe, die mit ähnlichen Themen, wie mangelnde Wertgefühle oder Mutlosigkeit hadern. Wenige sprechen darüber oder trauen sich nicht, offen auch ihre Schwächen zuzugeben. Hinzu kommen prekäre Verhältnisse am Arbeitsmarkt, die Zukunftsängste schüren. Alles in allem finde ich den Start dieser Kunst und Erfolg – Serie enorm wichtig, um neue Impulse und vor allem neue Strategien mitzugeben. All‘ jenen, die sich bewusst für eine positive, energievolle und tatkräftige Karriere im spannenden und aufregenden Kunstfeld wünschen, oder bereits darin tätig sind, hoffe ich anregende Inputs geben zu können!

kunst und erfolge - you win you lose

Bewegt man sich einige Jahre in der glamourösen Kunst-Branche und blickt dabei hinter die Kulissen, weiß man schnell, dass nicht alles angenehm ist und manchmal auch der obligatorische Schein trügt. Viele Jahre KünstlerInnendasein vergehen und die gebührende Anerkennung bleibt aus. Medien berichten nicht über die mit Herzblut organisierte Ausstellung, Galeristen bleiben trotz handfester Verkaufsargumente auf vielen ihrer Objekte sitzen und Museen müssen Personal kürzen, weil Gelder ausbleiben. Diese und noch viele Geschichten stammen aus dem Alltag. Und hier sei angemerkt, dass der Kunstmarkt ein Wirtschaftsmarkt ist, wie jeder andere auch! In vielen anderen Branchen herrschen Unzufriedenheit, Personalmangel und Konkurrenzverhalten. Sich alleine immer den „Schwarzen Peter“ anzuheften, schafft zunehmend schlechte Stimmung und hemmt das Vorwärtskommen! Äußere Gegebenheiten kann man mitunter nur schwer verändern, aber was man sehr wohl steuern kann, ist seine eigene Einstellung zu Kunst und Erfolg!

Natürlich geht es am Ende des Tages um’s Verkaufen – um Kunstwerke und seine (Arbeits-)Kraft! Demnach sind wir alle auch Verkäufer. Und wer hier sofort Rot sieht und sagt, ich bin niemals ein Verkäufer und verkaufen kann ich schon gar nicht, dem möchte ich folgendes Beispiel nennen:

Sie sind auf eine Hochzeit eingeladen und kennen außer dem Brautpaar niemanden. Nach einer ersten Vorstellungsrunde, bei der meistens nach dem Wohnort, dem Beruf und die gemeinsame Verbindung zu den Gästen abgeklärt wird, kommen nach der üblichen Zeremonie, Empfang und Essen einige Ansprachen und viele, viele Hochzeitsspiele. Das Brautpaar muss bei einem dieser Spiele aus einem Topf Kärtchen ziehen. Darauf stehen die Namen aller anwesenden Gäste. Je gezogenem Namen beschreibt das Paar mit besonderen Eigenschaften diese Person so konkret wie möglich, damit sie sich selbst wieder erkennt. Sie sind plötzlich überrascht, mit welcher Überzeugung die Worte „liebenswert“, „Künstler“, „genial“, „innovativ, „wunderbar“ und „besonders“ fallen? Hätten Sie sich erkannt? Und vor allem, glauben Sie das auch von sich? Denn so sehen Sie die anderen!

Die Geschichte zeigt uns, wie Fremd- und Eigenwahrnehmung funktionieren. Reden wir uns ein, dass viele Dinge nicht möglich sind, oder es nicht wert sind; Wir besser bezahlt werden müssten, oder ständig überarbeitet sind, aber es nicht verdient hätten, Urlaub zu machen; Uns die Angst vor Zurückweisung immer schüchterner werden lässt; Wir den Erfolg in Dingen suchen, die uns eigentlich nicht glücklich machen, dann stimmen Außenwelt und Innenwelt nicht überein. Gleichzeitig werden uns auch die anderen nach unseren Überzeugungen behandeln und es entsteht somit eine Negativ-Spirale.

Was kann man also tun, um aus der dunklen Ecke an die leuchtenden Balustrade zu treten? Handeln Sie! Es ist wichtig den ersten Schritt zu setzen. Indem Sie diesen Artikel lesen, haben Sie sich bereits in Bewegung gesetzt und sich bewusst dazu entschlossen, ein Thema zu bearbeiten, dass mitunter am noch nicht eintretenden Erfolg nagt.

Bedenken Sie, Kunst und Erfolg stehen nicht in Konkurrenz zueinander, sondern bedienen sich gegenseitig! (Er-)folg der Kunst könnte man hier auch sagen.

Haben Sie sich schon einmal konkret gefragt, wie Sie Ihren Erfolg definieren, egal ob als KuratorIn, JournalistIn, KünstlerIn oder AusstellungstechnikerIn? Wo wünschen Sie sich Verbesserungen?

Mögliche Ausgangslagen könnten sein: Sie geben zu oft bei der Bezahlung nach, wenn es um Vertragsabschlüsse geht? Sie haben nach einem Verkauf das Gefühl, zu wenig verlangt zu haben ? Überstunden werden Ihnen nicht bezahlt? Sie fühlen sich falsch am Platz? Ständige Termin-Sorgen belasten Ihren Arbeitsalltag … Es gibt viele verschiedene Aspekte, an denen persönlicher Erfolg und auch Misserfolg gemessen werden kann. Entscheidend ist, wie Sie ihn für sich definieren und wohin Sie schlussendlich möchten, um Glück, Freude und auch monetäre Zufriedenheit zu bekommen.

Dafür gibt es verschiedenste Möglichkeiten und Strategien. Im zweiten Teil werden wir uns mit der Kern-Thematik „Alles hat einen Sinn“ beschäftigen. Eigene Erkenntnisse führen uns auf neue, unbekannte Wege. Entscheidend dabei ist, offen und auch gewillt zu sein, diese neuen Pfade zu gehen.

Ich freue mich auf eine spannende Erfolgsserie!

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Kunst und Migration am Take Festival

„Yes, there is active aid to be done, but as creative practitioners who absorb the world, this is a crucial issue that cannot be ignored.[…] It’s not a distant problem, anymore. The migration crisis is at our doorsteps.“ (Diana Gómez)

Die Flüchtlingsbewegung seit 1999 ist schon lange kein länderspezifisches, sondern ein europäisches, vielmehr globales Phänomen geworden. Viele Modedesigner_innen haben ihre HW 2016/17 Shows genutzt, um Elemente der Flucht und Migration in ihre Défilés und Kollektionen einzubauen. Catwalks, Bilder und Inszenierungen zeigen bei Comme des Garçons, Louis Vuitton oder Prada Elemente von Krieg, Frieden, Trauer und Leid. Walter van Beirendoncks Kollektion „WOEST“ (nl.), deutsch: wüst, fuchsteufelswild, wütend“ appellierte mit dem Slogan „Stop terrorizing our world!“

Während die eine Seite ihre Stimme kritisch erhebt, haken andere ein, um die wachsende Mobilität als Anker zu nutzen, um neue Wege zu gehen. Modemessen, Fotostrecken und Erfolgsgeschichten, wie After Migration, schlagen Brücken und machen auf wechselnde Modeerscheinungen und einem veränderten Modebewusstsein durch Migration und Integration aufmerksam.

Was bedeutet es aber, heutzutage ein Migrant oder ein Flüchtling zu sein? Von einer besseren Zukunft träumen noch Millionen Menschen*, die sich derzeit auf der Flucht befinden, in Lagern warten oder noch gar nicht den beschwerlichen und gefährlichen Weg auf sich genommen haben. Die meisten Medien berichten „laut“, „schreiend“ und „angstmachend“ über den Flüchtlingsstrom.

Die Ausstellung FASHION REVOLUTION 2016 der Akademie für Bildende Künste Wien am TAKE-Festival fächert in einem Themenblock genau diese brandaktuelle Thematik auf:

Bewegung als Symbol – die Videoarbeit „Auf der Flucht“ von Elsa Klar und Laura Molnar geht einer zentralen Aussage nach: „Manchmal bringt dich das Leben an einen Ort, von dem du niemals gedacht hattest, dass du dort landen würdest.“

auf der flucht

Filmstill: Auf der Flucht 2016

Jacket/Journey, ein Film von Viktorija Stieger, Simone Dörler und Melanie Möllinger, beschäftigt sich mit Herkunft, Migration und Tradition. Kleidung wird in diesem künstlerischen Beitrag Symbol von Familie und ein Anker auf einer Reise in eine ungewisse Zukunft.

jacket journey

Filmstill: Jacket/Journey 2016

In einem dritten Beitrag wird Kleidung zum Symbol von Hilfe. Für das Kurzvideo „Kleiderkammer für Flüchtlinge“ begab sich Elke Gaugele nach Wien und Frankfurt am Main und recherchierte vor Ort, um der Frage nach der Spende nachzugehen. Dabei versachlicht Helfen sich in der großen Halle zur rationalisierten Arbeit eines Logistikbetriebs.

Kleiderkammer_Flüchtlinge_2016

Rechercheaufnahme: Kleiderkammer für Flüchtlinge 2016

Migration ist ein Thema! „So, I think as designers, artists and creatives, we must be the voice of those who are silent by constantly researching, compiling and translating.“ (Diana Gómez

Wer mehr zu diesem Thema erfahren möchte, findet am 22. 4. 2016 die Gelegenheit dazu. Es erwartet Sie eine Ausstellung mit Workshops, Videos, eine Lecture Performance sowie eine Podiumsdiskussion zu Mode im Kontext globaler Flucht, Migration und Ökonomie. FASHION REVOLUTION 2016TAKE – Festival, Alte Post, Dominikanerbastei 11, 1010 Wien.

* Zahlreiche Kriege der letzten beiden Jahrzehnte zwangen 
Menschen zur Flucht - Tschetschenien seit 1999, Afghanistan seit 2001, Irak seit 2003 und Syrien seit 2011.
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Galerien in Brooklyn

Ich habe Ihnen versprochen, im Folgepost näher auf die aktuell pulsierende Kunstszene in Brooklyn einzugehen. Mitte März war ich in New York und habe mir neben Manhatten auch einige Studios und Spaces über dem East River angesehen. Neben Williamsburg siedeln sich in Bushwick und Red Hook immer mehr Kunstschaffende und Kreative an. Während Manhattan einem Hochglanz-Magazin gleicht, ticken die Uhren hier langsamer und das Umfeld wirkt rauer. Und dennoch, der Life-Style ist unverkennbar und wichtige Namen sollte man nicht verpassen, denn die Kunstwelt experimentiert und befindet sich hier auf der Überholspur!

Wen sollte man also jetzt schon kennen, was sagt die Szene vor Ort und welche Gründe sprechen für Brooklyn? Folgen Sie mir!

Galerien: Now!

Das all-bekannte Phänomen der Gentrifizierung heißt hier „Brooklyfication. Auf Vegan-Snack-Bars, Vintage-Cafés, Retro-Chic, Barber-Shops, Cafe Latte, Karo-Hemden und Tattoos folgen höhere Mietpreise und allgemein steigende Kosten für den Life-Style. Dennoch liegen wir hier noch immer weit unter den Preisen, die man in Manhattan zu berappen hat.

brooklyn

art, life-style and culture in brooklyn / ek

Kreative fordern ihren Platz und finden in auch – in Bushwick oder weiter raus Richtung Ditmas Park, Sunset Park oder Ridgewood. Viele Teile sind schlecht mit öffentlichen Mitteln erreichbar – Vorteil und Nachteil zugleich! Immobilien-Spekulanten halten sich zurück, die experimentierfreudige Kunstszene blüht auf und Galeristen und Künstler haben ihre ganz eigene Meinung dazu:

„Wer hierher kommt, der nimmt den Weg auf sich, bleibt eine Weile und ist wirklich an der Kunst interessiert.“ So dienen Off-Spaces und übernommene Stadthäuser als Atelier, Ausstellungsflächen und Kreativ-Laboratorien. „In Brooklyn kann man Ideen entwickeln und ausprobieren. Hier fühlt man sich freier!“

Self-made Künstler-Karrieren wie Mike PerryCaledonia Curry und Kimia Ferdowsi Kline, spannende Erfolgsstories wie The Still House Group und Signal und Galeristen wie James GriffinAnna Kustera oder Studio 10 unter der Leitung von Larry Greenberg finden sich im Brooklyn zusammen. Und ich bin mir sicher, es kommen noch viele tolle, neue Geschichten, über die es sich lohnen wird zu berichten!

Wer, Was, Wo in Brooklyn

Stephanie Theodore, Gründerin und Leiterin von THEODORE:Art
Tom Weinrich, Gründer, Jamie Sterns, Partner und Direktor von Interstate
Lori Kirkbride und Nao Matsumoto, Co-Gründer und Direktoren von Lorimoto
Lawrence Greenberg, Gründer und Annelie McGavin, Direktorin, von Studio 10

Bushwick Open Studios
Gowanus Open Studios
Greenpoint Open Studios

Das Brooklyn Museum – zweitgrößtes Museum der Stadt – zeigt immer wieder Künstler aus den Vierteln.

Wer nach einem „artsy day“ Lust auf Drinks, Burger und anderes bekommt, geht zum Beispiel hierher: Sunny’s Bar, Red Hook Lobster PoundThe Good Fork oder Five Leaves.

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Übersicht, Galerien und Museen, Kunst und Markt

Galerien in New York

Wo findet man hunderte Galerien auf einem Fleck? Richtig, in New York! Manhatten ist der ewige Melting Pot, wenn es um große Summen, große Ausstellungen und große Namen geht. Gegenden in Brooklyn lösen den Platzhirschen gerade ab. Ein Shortcut!

Show, See, Sell!

Die Big Names der Szene findet man in Midtown, Chelsea und Soho. Gagosian, David Zwirner und Hauser & Wirth sind nur einige wenige bekannte Namen und die Liste ließe sich ewig weiterführen. Während Top-Player sich vorwiegend im Kunsthandel bewegen und dabei ausschließlich etablierte Positionen verkaufen, gibt es gerade eine Gegenbewegung, die sich bereits seit einigen Jahren abzeichnet. Die hippe New Yorker Galerien-Szene befindet sich im Wandel und seit einiger Zeit rückt die Gegend um Brooklyn – allen voran Williamsburg, Red Hook und Bushwick – mehr und mehr ins Kenner-Blickfeld. Neben der Lower East Side ist sie derzeit eine der interessantesten Gegenden für junge, zeitgenössische Kunstpositionen und Galerien.

Chelsea

An einem Aufgang zur High Line liegt die Claire Oliver Gallery. Sie wird seit 1992 von Claire Oliver und ihrem Mann betrieben. Über drei Geschosse mit Holztreppe und Backsteinrückwand zeigt die Galerie im Wechsel aktuell 14 KünstlerInnen-Positionen, darunter auch den Österreicher Norbert Brunner. International ausgerichtet, konzentriert sie sich nach wie vor auf den Primärmarkt und baut junge und mid-career KünstlerInnen auf. Ihr Engagement hat viele ihrer Namen in wichtige Sammlungen, wie The Smithsonian American Art Museum, The Tate Modern ins Metropolitan Museum of Art oder ins MoMA, New York gebracht. Claire Oliver Gallery KünstlerInnen arbeiten in und mit unterschiedlichsten Medien, gemeinsam haben sie aber alle eine Balance zwischen Konzept und Ästhetik. Da sage ich nur chapeau!

Chelsea & Lower East Side

Die Lehmann Maupin Gallery gehört mittlerweile zu den Großen der New Yorker Kunstszene. 1996 gegründet, zeigen Rachel Lehmann und David Maupin in Chelsea, der Lower East Side in New York und in Hongkong ihr breites Spektrum an KünstlerInnen unterschiedlichster Disziplinen. Unter anderem hatten Tracy Emin oder Juergen Teller die erste NY-Solo-Ausstellung hier. Unter den 30 weiteren KünstlerInnen finden wir wieder einen Österreicher. Erwin Wurm ist mit seinen One Minute Sculptures und Objekten dabei.

Kunst wird in Chelsea in einem  „flexiblen“ White Cube gezeigt. Der zweite Standort mit Industrial-Flair passt zur Gegend. Geboten bekommt man „big names“, mitunter auch junge KünstlerInnen. Die Galerie zeigt sich erwachsen und clean, also warum nicht einen Blick hineinwerfen!

Soho

In einem ehemaligen Geschäftslokal in der Grant Street finden wir Recess. Man wird neugierig, denn in dem knapp 100m2 großen Raum mit einer wunderschönen, gekachelten Stuckdecke, befindet sich eine Art „Baustelle“. Ist das Kunst? Vielleicht wird aber auch gerade für die nächste Ausstellung umgebaut? Man weiß es nicht genau und erkundigt sich bei einer freundlichen Mitarbeiterin. Sie hält Rede und Antwort und erklärt, worum es hier geht.

Recess präsentiert ausschließlich junge, aufstrebende KünstlerInnen und lässt direkt in deren kreative Arbeit blicken. Wie das geht? In Zeitintervallen von immer zwei Monaten entstehen eigens für diese Ausstellung eingereichte Arbeiten. KünstlerInnen bauen, vervollständigen oder kreieren vor Ort. das Publikum sieht den Fortschritt und wird gleichzeitig Teil des Prozesses. Recess schließt damit eine Lücke zwischen „privatem“ Künstleratelier und dem etablierten Galeriemarkt. Jung, innovativ und absolut sympathisch – Es lohnt sich! Und wer gerade nicht in New York ist, kann sich über Instagram, Flickr oder Facebook weiter informieren.

Midtown

Paris, London, New York – das klingt nach dem ganz Großen. Die 1977 gegründete Marian Goodman Gallery betreibt in diesen wichtigen Städten Dependancen. Eine davon befindet sich in der 57th St. in New York. Versteckt in einem Galerien-Hochhaus fährt man mit dem Lift ins oberste Stockwerk und betritt einen lichtdurchfluteten White Cube. Ein schmaler Verbindungsgang führt zu einer zweiten Ausstellungsfläche. Schlicht, dezent aber dennoch imposant und authentisch. Die stolze Zahl von 44 KünstlerInnen, die im Programm gelistet sind, zeigen u.a. Namen wie Jeff Wall, Gerhard Richter, Annette Messager oder Dan Graham. Die Galerie spielte für viele, nunmehr etablierte, europäische KünstlerInnen eine entscheidende Rolle, im amerikanischen Raum Fuß zu fassen.

Gespannt, wie es in der Kunstszene in Brooklyn aussieht? Alles dazu erfahren Sie im kommenden Artikel!

art galleries, brooklyn

kunst & galerien in brooklyn. pic by art magazin, april 2016

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