50 x 50 cm, Foto auf Alu-Dibond, 2011

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picnic 3

Unter freiem Himmel speisten bereits Adam und Eva. Kulturgeschichtlich gesehen ist das Picknick eigentlich ein Rückfall in die Urzeiten der Jäger und Sammler, Ackerbauern und Hirten, die ihre Mahlzeiten gezwungenermaßen unter dem Himmelszelt einnahmen.
Die Geburtsstunde des Picknicks schlug aber erst, als Menschen mit Vergnügen und Verzicht auf Komfort freiwillig ihre vier Wände verließen, um das gemeinsame Mahl im Grünen zu genießen. Die übersättigten Adligen suchten beim sinnlichen Genießen einen neuen Kick, die Arbeiter in den Fabriken und engen Mietwohnungen sehnten sich schlicht nach frischer Luft. Mit der Industrialisierung wurde es in den Städten so eng und stickig, dass der „Fortschritt“ fragwürdig erschien und die Sehnsucht zur Rückkehr in die Natur, zuvor eine dekadente Laune der Adligen, eine sonntägliche Massenbewegung aufs Land auslöste. Das Picknick ist ein besonders überzeugender Versuch, das Paradies für einen Augenblick der Ewigkeit wiederzufinden, sich bewusst Zeit zu nehmen, um dem Moment zu huldigen.

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